ABC-Projekt als »Oldenburger Denkstelle« ausgezeichnet

VHS-Direktor Hans-Peter Heyer, Jens Winkel und Achim Scholz vom ABC-Projekt, sowie Oberbürgermeister Gerhard Schwandner (v.li.)VHS-Direktor Hans-Peter Heyer, Dr. Jens Winkel und Achim Scholz vom ABC-Projekt, sowie Oberbürgermeister Gerd Schwandner (v.li.)

Seit dem 27. Oktober 2009 trägt das ABC-Forschungsvorhaben zur Förderung der Professionalisierung in der Alphabetisierungs- und Grundbildungspraxis offiziell den Titel »Denkstelle Übermorgenstadt Oldenburg«.  Eine entsprechende Plakette überreichte Oberbürgermeister Gerd Schwandner Projektleiter Achim Scholz mit den Worten:  »Sie haben ihn sich mit Ihrem Einsatz vollauf verdient, weil Sie zur Enttabuisierung dieses Themas beigetragen und den Betroffenen Mut machen, sich der Herausforderung zu stellen.«

Oldenburg als »Stadt der Wissenschaften 2009« kürt gemeinsam mit der lokalen Nordwest-Zeitung im laufenden Jahr monatlich ein besonders zukunftsorientiertes Unternehmen bzw. eine Einrichtung, die sich im Sinne des Mottos »Übermorgenstadt – Talente, Toleranz, Technologie« engagiert. So fiel die Wahl der aus Vertretern von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Standortförderung und Medien bestehenden Jury im Oktober auf das ABC-Forschungsprojekt.
Volkshochschuldirektor Hans Peter Heyer nannte die Auszeichnung »eine große Anerkennung der geleisteten Arbeit.« Dr. Jens Winkel, Geschäftsführer des Didaktischen Zentrums der Universität Oldenburg und Kooperationspartner des ABC-Projektes hält eine Juniorprofessur für Alphabetisierungsforschung an der Hochschule für sehr hilfreich.

Bei der Auszeichnung erläuterte Achim Scholz die innovativen Ansätze in den Bereichen »Talente – Toleranz – Technologie«:

Talente
Neben der Schriftsprachförderung der Teilnehmenden in der Intensivlerngruppe des ABC – Projektes werden in dem ressourcenorientierten Ansatz Fähigkeiten und Talente entdeckt, gefördert und im öffentlichen Raum dargestellt, zum Beispiel durch die Herausgabe der ABC-Zeitung, durch (erfolgreiche) Teilnahme an Literaturwettbewerben, Buchproduktionen und Durchführung von Lesungen. So werden auch schriftstellerische Talente sichtbar, die lange im Gefängnis der Schriftlosigkeit verborgen waren.

Toleranz
Die von Betroffenen selbst erstellte ABC-Zeitung erreicht mittlerweile bundesweit einen großen Leserkreis. Über die authentischen Berichte eigener – zum Teil schmerzlicher – Erfahrungen wird Einfluss genommen auf eine öffentliche Diskussion zu einem lange tabuisierten Thema. Die im ABC-Projekt entstehenden Dokumentarfilme und die Teilnahme von Lernenden an Radio- und Fernsehproduktionen sowie an Fachtagungen und öffentlichen Veranstaltungen stärken Aufklärung, Verständnis und die Toleranz gegenüber der Gruppe der funktionalen Analphabeten in unserer Gesellschaft.

Technik
Das ABC – Projekt hat eine eigene Website als Multi-Autoren-Seite und Informationsplattform entwickelt. Dokumentationen, erwachsenengerechte Lernmaterialien und die ABC-Online-Zeitung stehen hier zum kostenlosen Download für die Alphabetisierungspraxis zur Verfügung. In Kooperation mit den Lernenden werden neue teilnehmergerechte Softwareprogramme entwickelt. Mittlerweile werden monatlich etwa 3000 Besucher auf der Website gezählt.

0