Aktion mit dem ALFA-Mobil

Akteure der ABC-Selbsthilfegruppe und des ALFA-Mobils am Infostand | Foto: Katharina Nordenbrock

Akteure der ABC-Selbsthilfegruppe und des ALFA-Mobils am Infostand | Foto: Katharina Nordenbrock

Zum wiederholen Mal informierte die ABC-Selbsthilfegruppe in der Oldenburger Fußgängerzone zum Thema Lese- und Schreibschwäche bei Erwachsenen. Beim Infostand am 15. Mai erhielten die vier Mitglieder und Achim Scholz von der VHS Oldenburg Unterstützung durch das ALFA-Mobil des Bundesverbandes Alphabetisierung und Grundbildung. Juliane Averdung, Simon Voß und Roland Kuhnert vom Team des ALFA-Mobils waren erfreut über den guten Standplatz am Lefferseck, wo sich viele Passantenströme kreuzen.

Vor allem ältere Passanten zeigten großes Interesse daran, mit Betroffenen darüber ins Gespräch zu kommen, wie sie ihren Alltag bewältigt und dann noch den Entschluss zum Lernen im Erwachsenenalter gefasst haben. Einige waren erschrocken über die hohe Zahl von Menschen mit einer Lese- und Schreibschwäche – in Oldenburg immerhin 15.000 Menschen. „Sind die denn alle behindert?“, wollte ein Jugendlicher wissen. „Schade, dass Sie früher so durch die Schule geschleust wurden. Im Alter fällt das Lernen sicher schwerer,“ meinte jemand. „Gutes Gelingen!“ oder „Viel Erfolg!“ wünschten andere.

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Ein Gesprächspartner erzählte, dass er ein Ehepaar mit solchen Problemen kenne. Aber sie ließen den Schriftkram von einem Betreuer regeln und wollten selbst keinen Lese- und Schreibkurs besuchen. Es meldeten sich aber auch Interessenten, die mal bei der Selbsthilfegruppe vorbei kommen wollen, da sie auch Probleme mit dem Lesen und Schreiben hätten.

Ein Betroffener sah die Ursache für sein diesbezügliches Problem darin, dass er als Kind vom Linkshänder zum Rechtshänder umtrainiert worden war. Sehr aufgeregt war ein Passant, weil er schon vor über 20 Jahren auf das Problem hingewiesen habe, ohne ernst genommen zu werden. Erst jetzt würde das Thema angegangen werden.

Es kamen ehemalige Lerner zum Infostand, aber auch Lehrkräfte, die gegen Honorar oder ehrenamtlich unterrichten wollen. Mehrere erklärten sich bereit, in Arztpraxen oder bei der Tafel die Flyer der ABC-Selbsthilfegruppe auszulegen. Einige wollten noch überlegen, ob ihnen vielleicht ein Betroffener einfällt.

Neben den vielen Gesprächen konnten sich die Passanten am ausgelegten Informationsmaterial bedienen, bei einem Buchstabenspiel etwas gewinnen oder Give-aways mitnehmen: Blöcke, Kugelschreiber, Lesezeichen, Skatkarten, Parkscheiben, Taschen und Postkarten mit Aufdruck des Alfa-Telefons oder der Kontaktadresse der ABC-Selbsthilfegruppe

Ein Journalist der Nordwest-Zeitung führte für einen Artikel ein längeres Gespräch mit einem Akteur der ABC-Selbsthilfegruppe. Insgesamt waren alle Beteiligten sehr zufrieden mit der Resonanz und der Art und Weise, wie alle am Stand Hand in Hand gearbeitet und sich gegenseitig unterstützt haben.

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