Aktion zum Weltalphatag 2019

Von li.: Ernst, Markus, Bärbel, Achim, Klaus mit Handzetteln in der Oldenburger Innenstadt

Von li.: Ernst, Markus, Bärbel, Achim, Klaus mit Handzetteln in der Oldenburger Innenstadt

Der Weltalphabetisierungstag am 8. September soll an die Problematik des weltweiten Analphabetismus erinnern. Wie schon im Vorjahr machte die ABC-Selbsthilfegruppe darauf aufmerksam, dass auch in Oldenburg etwa 12.000 Menschen nicht richtig lesen und schreiben können. Vier Akteure trafen sich mit ihrem Mentor Achim Scholz in der Oldenburger Innenstadt und bildeten zwei Gruppen, die mit Informationen, Flyern und Plakaten ausgestattet durch die Einzelhandelsgeschäfte, Restaurants und Cafès der stark besuchten Fußgängerzone zogen.

Geschäftsinhaber, Verkäuferinnen, Kunden und auch Passanten zeigten sich meistens sehr interessiert an dem Thema Lese- und Schreibschwäche bei Erwachsenen: „Das dürfen Sie gerne auslegen“. „Das ist ja ein wichtiges Thema“. „Selbstverständlich geben wir das weiter“. „Legen Sie es hier an die Kasse, da sehen es die Kunden gleich.“

In Buchhandlungen wurden das Plakat der ABC-Selbsthilfegruppe aufgehängt und Postkarten mit Cartoons des Bundesverbandes Alphabetisierung und Grundbildung ausgelegt.

Akteure der ABC-Selbsthilfegruppe vor einem Buchladen

Akteure der ABC-Selbsthilfegruppe vor einem Buchladen

Insbesondere in Filialen und Geschäftsketten ist es den Verkäuferinnen oft untersagt, Flyer auszulegen. „Das dürfen wir eigentlich nicht, aber der Chef kommt ja erst am Montag wieder.“ Als Alternative bot sich auch an, die Handzettel in Einkaufstüten oder Kartons zu legen.

Die Inhaberin eines Brillengeschäftes erzählte von Personen, die im Sehtest keine Buchstaben lesen konnten und stattdessen Zahlen zu sehen bekamen.

Eine Ladeninhaberin bekam ein Aufklärungsgespräch in einem anderem Geschäft mit und meinte anschließend: „Sie müssen unbedingt auch in meinem Laden kommen und dort die Handzettel auslegen.“

Ausgelegte Handzettel in einem Buchladen

Ausgelegte Handzettel in einem Buchladen

In einem Textilgeschäft meinte die Inhaberin: „Eine Kundin sollte mal etwas unterschreiben und meinte, sie habe ihre Brille vergessen. Da bot ich ihr eine Lesebrille von mir an, doch sie meinte, dass sie nicht lesen könne.“ In mehreren Apotheken wurde darüber gesprochen, dass viele Menschen die Beipackzettel gar nicht lesen können. „Sie können hier auch gerne die Flyer der Selbsthilfegruppe auslegen!“

Nach drei Stunden waren über 100 Geschäfte mit Informationen versorgt, die Füße schmerzten und die Stimmbänder waren recht strapaziert, aber dafür gab es auch viel Interesse, Wertschätzung der eigenen ehrenamtlichen Arbeit und tolle Gespräche.

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