Die lange Nacht der Wissenschaft

Am 25. September lud die Universität Oldenburg auf den Campus Wechloy zur »Langen Nacht der Wissenschaft« ein. Von 17 bis 1 Uhr gab es Forschung zum Anfassen. In den Laboren, den Hörsälen und auf den Gängen zischte, brummte und brodelte es. Die zahlreichen anschaulich dargestellten Wissenschaftsprojekte faszinierten Groß und Klein.

Auch Mitarbeiter des ABC-Projekts waren mit einem Stand vertreten. Sie informierten über die Forschungsarbeit, präsentierten neue Lernmaterialien und Dokumentarfilme und sprachen mit Interessierten und Betroffenen über Analphabetismus. In Lesungen wurden Texte von Lernenden präsentiert.

Die auf den Posterbeiträgen präsentierten Zitate aus der qualitativen Interviewstudie boten Anlass über die Biographien der Lernenden und ihre berufliche und soziale Integration zu sprechen. Die Besucher erfuhren so von den besonderen Lebensumstände und Restriktionen, denen Menschen, die nicht lesen und schreiben können, ausgesetzt sind. Einige Besucher betonten vor dem Hintergrund ihrer eigenen beruflichen Tätigkeit, z.B. als Lehrer, die Wichtigkeit und Aktualität von Alphabetisierungsangeboten.

Eine Ordensschwester interessierte sich besonders für Alphabetisierung und die Arbeit des ABC-Projekts. Sie arbeitet im Rahmen der Caritas mit Migranten, denen sie auch Deutschkenntnisse vermittelt. Die Problematik des Nichtlesen- und Nichtschreibenkönnens ist ihr aus diesem Zusammenhang bekannt. Dennoch war sie sehr berührt von den Filmbeiträgen und Lesetexten, in denen die Lernenden selbst zu Wort kommen. Die 75-jährige meinte, sich nun doch noch nicht zur Ruhe setzen zu wollen und sich stattdessen weiter im Bildungsbereich zu engagieren. Viel Geld würde in Dinge investiert, die weniger wichtig seien. Dieses Geld solle besser den Menschen zu Gute kommen, die so gern lernen möchten.