Das Regionale Grundbildungszentrum (RGZ) der VHS Oldenburg ist seit längerem aktiv in der aufsuchenden Bildungsarbeit. Es ist bekannt, dass viele Menschen aufgrund verschiedener Barrieren kein klassisches Weiterbildungsangebot in Anspruch nehmen. Barrieren für eine Weiterbildungsbeteiligung Erwachsener in Deutschland sind: Mangel an Zeit, fehlende Mobilität und Geld für Bildung. Diese Barrieren wirken verstärkend bei Menschen, die auch anderen hohen Belastungen ausgesetzt sind wie zum Beispiel Armut, Krankheit oder Erwerbslosigkeit1. Darum hat sich die VHS Oldenburg zur Aufgabe gemacht, Bildungsangebote zu entwickeln, die einige dieser Hindernisse auf dem Weg zur Grund- und Weiterbildung ausräumen.

Das Regionale Grundbildungszentrum macht aktuell in verschiedenen Stadtteilen folgende Angebote:

  • Kreyenbrück, im Stadtteiltreff: Offene Lernwerkstatt
  • Bürgerfelde, im Mehrgenerationenhaus: Offene Lernwerkstatt
  • Bloherfelde, im Stadtteiltreff: Offene Lernwerkstatt, Sprach- u. Lesecafe,    Lese-/Schreibbüro

Kooperationspartner sind die Stadt Oldenburg und die Johanniter Unfallhilfe.

Die erste Lernwerkstatt im Stadtteil wurde 2017 in Kreyenbrück gestartet und mit Spendengeldern finanziert. Im Jahr 2019 und anteilig auch im Jahr 2020 wurde die Offene Lernwerkstatt Kreyenbrück über Projektgelder des Landes Niedersachsen aus Mitteln eines Sonderfonds des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur gefördert. Während der Projektphase 2019 entstanden der Erfahrungsbericht „Die Offene Lernwerksatt“ und der kurze Dokumentarfilm „Lernen im Stadtteil“. Beide Medien verdeutlichen das Konzept einer Offenen Lernwerkstatt und dienen anderen Akteuren als Hilfe, um selbst eine Offene Lernwerkstatt ins Leben zu rufen. Die dokumentierten Erfahrungen geben Einblick, wie sich Erwachsene erreichen lassen, die ein festes Kursangebot (z.B. in der Volkshochschule) nicht wahrnehmen können oder für die dies nicht die richtige Lernform ist.

Darüber hinaus ist 2019 das Info-Heft „Schriftkram im Alltag“ verfasst worden. Es informiert in einfacher Sprache über wichtige Alltagsthemen und hilft Menschen mit Lese- und Schreibproblemen die Anforderungen im Alltag besser bewältigen zu können.

Im Jahr 2018 kam die Offene Lernwerkstatt im Mehrgenerationenhaus, Güstrower Weg 1a, dazu. Das Bundesbildungsministerium (BMBF) und das Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) unterstützen Mehrgenerationenhäuser (MGH) im Rahmen der Alpha-Dekade dabei, neuartige Lernangebote für Erwachsene mit Grundbildungsbedarf zu schaffen. Rund zwei Millionen Euro jährlich stellt das Bundesbildungsministerium hierfür bereit. Dort findet seitdem jeden Dienstag eine Offene Lernwerkstatt mit Kinderbetreuung statt.

Seit Beginn 2020 gibt es 3 offene Angebote im Stadtteil Bloherfelde. Neben einer Offenen Lernwerkstatt findet auch wöchentlich ein Sprach- und Lesecafe statt. Im Lese-/Schreibbüro wird den Menschen beim Verstehen ihrer Post, dem Ausfüllen von Anträgen oder auch dem Schreiben von Bewerbungen geholfen. Diese Angebote werden aktuell mit Mitteln des Landes Niedersachsens finanziert und in Kooperation mit der Stadt Oldenburg durchgeführt.

Wir hoffen, dass sich die Angebote verstetigen und die Finanzierung langfristig von der Stadt Oldenburg getragen werden kann.

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1 Baader, M. und Freytag, T. (Hrsg.): Bildung und Ungleichheit in Deutschland, Springer Fachmedien Wiesbaden 2017

 

Filmdokumentation von Achim Scholz
 

 
 
 
 

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