Lernerportrait aus dem ABC-Projekt im ZDF

Das ZDF zeigte zum Weltalphabetisierungstag am 8. September im Mittagsmagazin einen Dokumentarfilm über den erfolgreichen Lernprozess einer funktionalen Analphabetin. Die 36-jährige Ute war vor eineinhalb Jahren in die Intensivlerngruppe des ABC-Projektes gekommen. Sie wollte sich nicht länger verstecken und sich nicht länger damit abfinden, nicht lesen und schreiben zu können. »Ich möchte das können, weil das auch für meine Arbeit wichtig ist«, sagte Ute.

Das Filmteam um Jutta Müller zeichnete den Lebens- und Lernweg von Ute sehr eindringlich nach: Schulische Fehlzeiten wegen Krankheiten und ein langsames Lerntempo führten zur Überweisung auf eine Sonderschule, obwohl sie sich wegen dem schlechten Ruf „mit Händen und Füßen dagegen gewehrt“ hatte. Dort wurde Ute von einer Lehrerin mit den Worten gedemütigt: »Du bist doof. Du kannst das nicht. Aus dir wird nie was!«

Später verheimlichte sie ihren beiden Kindern aus Schamgefühl ihr Problem und gab vor, aus Kinderbüchern vorzulesen, während sie die Geschichten erfand. Auch an ihrem Arbeitsplatz im Altenpflegeheim begleitete sie als Analphabetin lange die Angst, ausgelacht und als dumm bezeichnet zu werden. Weil auch in diesem Arbeitsbereich die schriftlichen Dokumentationspflichten immer anspruchsvoller werden, entschloss sich Ute schließlich für den Intensivlernkurs im ABC-Projekt der Volkshochschule Oldenburg.

Die Fortschritte im Lesen und Schreiben veränderten ihr Leben schlagartig. Sie wurde unabhängiger von der Hilfe anderer und traut sich selbst viel mehr zu. Ute bezeichnet sich als selbstbewusster und sie geht sogar an die Öffentlichkeit, um anderen Betroffenen mit ihrem Beispiel Mut zu machen: »Ich würde es jeder Zeit wieder tun – es lohnt sich!«

Den Beitrag über Ute können Sie in der ZDF Mediathek anschauen.

Ein längerer Beitrag, in dem auch A.B.C.-Projektleiter Achim Scholz zu Wort kommt, wurde am selben Tag im ZDF Mittagsmagazin gesendet. Der Beitrag beginnt bei Minute 22:00.

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